Eingewöhnung in die Kindertagespflege

Die Eingewöhnungszeit ist eine sehr sensible, emotionale und auch aufregende Phase - für das Kind, Eltern, Tageseltern und auch bereits eingewöhnte Kinder in der Gruppe. 

 

Nach einer langen sehr behüteten und intensiven Zeit mit den Eltern als engste Bindungspersonen soll sich das Kind auf eine fremde Person einlassen und sich bestenfalls wohl fühlen. Das kann sehr beängstigend sein!

Auf der anderen Seite müssen die Eltern ihr geliebtes Kind, was noch so klein ist, alleine lassen und sich auf fremde Erzieher verlassen, die ihr Kind noch gar nicht kennen. 

Vertrauen und Sicherheit spielt hierbei eine große Rolle. Kinder haben sehr genaue Antennen dafür, ob die Eltern bei ihrer Wahl ein gutes Gefühl haben. Sind die Eltern unsicher, merkt es das Kind auch, ist unsicher und kann nur sehr schwer Vertrauen in die neue Umgebung fassen. 

 

In den meisten Tagespflegestellen und auch Kitas richtet sich die Eingewöhnung nach dem Kind und ist individuell. 

In den ersten Tagen begleiten die Eltern ihr Kind für ca. eine Stunde und bleiben in dieser Zeit auch anwesend, damit das Kind mit einem sicheren Anker, die Umgebung, die Tagesmutter oder -vater und die anderen Kinder kennen lernen kann. So braucht das Kind keine Angst haben verlassen zu werden. 

Sobald das Kind sich auf die Situation einlässt und sich sicher fühlt, beginnt der nächste aufregende Schritt. Die Eltern verlassen für kurze Zeit den Raum. Das ist sehr aufregend, auch für Eltern, denn das Kind wird wahrscheinlich Anzeichen von Trennungsschmerz zeigen und weinen. Das ist normal und auch völlig in Ordnung, denn das zeigt die sichere Bindung zu den Eltern. Aber wie auch die Kinder müssen die Eltern dies kurz "aushalten". Je weniger Trennungsschmerz das Kind nach und nach verspürt, umso länger kann diese Zeit ausgeweitet werden. Hierbei ist wichtig, dass es keine Qual für das Kind sein soll, aber es soll natürlich eine Bindung zur Tagesmutter oder dem Tagesvater aufbauen und sich dort beruhigen lassen, was wichtig für die spätere Betreuung ist. Dieser Prozess der Umstellung dauert individuell lang und ist ein wichtiger Schritt zur Abnabelung, die Bindung zu den Eltern verändert dieser Prozess aber nicht, sie sind immer noch die wichtigsten Bezugspersonen. 

Als Eltern sollte man sich bei jeder Trennung, unabhängig von der Dauer, vom Kind verabschieden und dann zügig den Raum verlassen. Das ist wichtig, denn lange Trennungsszenarien erschweren es dem Kind, die Trennung zu akzeptieren. 

 

Die Tageseltern und die anderen Kinder in der Gruppe müssen sich genauso an die neue Dynamik gewöhnen und einlassen. Auch hier kann es zu kleinen Eifersüchteleien kommen. Aber seien Sie sicher: die Tageseltern sind Profis und tun ihr Allerbestes, allen Kindern individuell und bedürfnisorientiert gerecht zu werden. 

Nach einiger Zeit ist die Eingewöhnung abgeschlossen und das Kind geht gerne in die Betreuung. Geschafft - nun kann das aufregende Leben mit anderen Kindern beginnen!